Mitarbeitergespräche - Zeitgemäß oder überholt?

Im hektischen Alltag des Hotelgeschäfts stehen wir immer wieder vor der Herausforderung, unsere Mitarbeitenden nicht nur zu führen, sondern sie auch zu motivieren, zu entwickeln und langfristig zu binden. Eine zentrale Rolle dabei spielen Mitarbeitergespräche. Doch wie zeitgemäß sind sie heute noch? Brauchen wir sie in der Form, wie wir sie bisher gekannt haben? Im Folgenden möchten wir uns diese Frage näher ansehen und Impulse für eine zeitgemäße Gestaltung von Feedbackprozessen geben. 


Sind Mitarbeitergespräche noch zeitgemäß?

Mitarbeitergespräche haben eine lange Tradition in der Unternehmensführung und werden häufig als wichtiges Instrument der Personalentwicklung beschrieben. Sie bieten einen strukturierten Rahmen, um Ziele zu setzen, Feedback zu geben und die Beziehung zwischen Führungskraft und Mitarbeitendem zu stärken. Doch die Arbeitswelt hat sich gewandelt: Der ständige Wandel und die Flexibilität, die in der Hotellerie gefragt sind, machen starre, jährlich stattfindende Gespräche oft unpraktisch. 

In einer schnelllebigen Branche wie der Hotellerie stellt sich die Frage: Wie passen klassische Mitarbeitergespräche in diese Dynamik? Viele Führungskräfte sprechen ohnehin regelmäßig mit ihren Mitarbeitenden, sei es im Vorbeigehen oder bei der Übergabe von Aufgaben. Hier zeigt sich jedoch oft, dass diese Gespräche situativ und weniger systematisch geführt werden. Ohne einen klaren Plan geraten wichtige Entwicklungsziele oder strukturiertes Feedback leicht in den Hintergrund. 

Meine persönliche Einstellung zu Mitarbeitergesprächen

Aus meiner Sicht bleibt das Mitarbeitergespräch ein essenzielles Instrument, solange es sinnvoll eingesetzt wird. Es darf jedoch nicht als isoliertes Event einmal im Jahr verstanden werden, sondern sollte in den täglichen Führungsalltag integriert werden. Das bedeutet nicht, dass wir auf formale Gespräche verzichten sollten. Vielmehr sollten wir uns die Frage stellen, wie wir eine Kombination aus regelmäßiger informeller Kommunikation und geplanten Feedbackgesprächen etablieren können. 

Wo kippen solche Gespräche?

Mitarbeitergespräche können schnell kippen, wenn sie als reine Pflichtveranstaltung gesehen werden. Oberflächliche Gespräche oder eine unzureichende Vorbereitung können dazu führen, dass Mitarbeitende das Gefühl bekommen, nicht ernst genommen zu werden. Besonders in stressigen Phasen, wie während der Hochsaison, drohen diese Gespräche zur Formalität zu werden, was die Beziehung zwischen Führungskraft und Mitarbeitendem nachhaltig schädigen kann. Hieraus entstehen oft "organisatorische Leichen", Mitarbeitende, die zwar physisch noch anwesend sind, aber innerlich bereits gekündigt haben. Der Schlüssel liegt in der Authentizität und der echten Wertschätzung, die im Gespräch spürbar sein muss. 

Wie könnte man saisonale Feedbackgespräche institutionalisieren?

In der Hotellerie, wo das Geschäft stark saisonabhängig ist, bieten sich saisonale Feedbackgespräche an, um den Mitarbeitenden regelmäßig Rückmeldung zu geben und sie auf neue Herausforderungen vorzubereiten. Hier sind einige Ideen, wie Sie dies umsetzen können: 

  • Vorbereitung auf die Saison: Vor Beginn jeder Saison könnte ein kurzes Mitarbeitergespräch stattfinden, um die Erwartungen zu klären und Entwicklungsziele für die kommenden Monate festzulegen. 
  • Nachbesprechung nach der Saison: Am Ende jeder Saison könnten Feedbackrunden genutzt werden, um Erfolge zu reflektieren und Verbesserungspotenziale zu identifizieren. 
  • Flexibles Format: Neben den klassischen Einzelgesprächen könnten Team-Feedbacks, Retrospektiven und spontane Rückmeldungen in den täglichen Arbeitsablauf integriert werden. 

Fazit 🚀

Mitarbeitergespräche sind keineswegs überholt – sie müssen nur an die modernen Gegebenheiten angepasst werden. Indem Sie regelmäßige, ehrliche und gut strukturierte Feedbacks geben, schaffen Sie nicht nur ein Klima der Wertschätzung, sondern fördern auch die Leistungsbereitschaft und Zufriedenheit Ihrer Mitarbeitenden. 

Lassen Sie uns diese Gespräche also nicht als notwendiges Übel betrachten, sondern als Chance, langfristig die Zusammenarbeit und die Entwicklung Ihres Teams zu fördern! 

 

Machen Sie Entwicklungsgespräche zu Ihrem Erfolgsfaktor! 

Sind Sie bereit, Ihre Mitarbeitenden gezielt weiterzuentwickeln und langfristig zu binden? Setzen Sie die 5 Führungsinsights direkt in Ihrem Arbeitsalltag um und profitieren Sie von motivierten und leistungsstarken Teams. Starten Sie noch heute mit regelmäßigen Feedback-Check-ins, stärken Sie die Talente Ihrer Mitarbeitenden und erreichen Sie gemeinsam Ihre Ziele. 

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1. Stärken schnell und pragmatisch erkennen und nutzen 

Führungskräfte mit operativer Verantwortung haben oft wenig Zeit für ausführliche Analysen. Hier ist es wichtig, die Stärken der Mitarbeitenden im täglichen Arbeitsalltag gezielt zu beobachten und schnell zu nutzen. Nutzen Sie Entwicklungsgespräche, um die bereits beobachteten Talente Ihrer Mitarbeitenden anzusprechen und sofortige Maßnahmen zu ergreifen. Einfache Möglichkeiten wie Job-Rotationen oder Projektverantwortung können schnell implementiert werden, um Potenziale zu fördern, ohne langwierige Prozesse zu starten. 

2. Kurzfristige und langfristige Perspektiven kombinieren 

In einem operativen Umfeld müssen Mitarbeitende oft kurzfristig reagieren, was langfristige Entwicklungsgespräche erschwert. Statt auf langfristige Karrierewege allein zu setzen, sollten kurzfristige Entwicklungsschritte mit dem operativen Alltag verbunden werden. Besprechen Sie, wie Mitarbeitende in den kommenden Monaten neue Aufgaben übernehmen können, die sowohl ihre aktuellen Fähigkeiten nutzen als auch Raum für Wachstum bieten. So geben Sie Mitarbeitenden eine greifbare Perspektive, ohne den Fokus auf langfristige Ziele zu verlieren. 

3. Feedback in den Arbeitsalltag integrieren 

Da Führungskräfte häufig im operativen Geschäft eingebunden sind, ist es wichtig, Feedback informell in den täglichen Arbeitsablauf zu integrieren. Anstatt nur einmal im Jahr formale Entwicklungsgespräche zu führen, sollten Sie in Echtzeit Rückmeldungen geben, wenn Situationen es erfordern. Nutzen Sie tägliche Meetings oder spontane Gespräche, um Feedback zu geben und Mitarbeitende zu ermutigen. So bleibt der Dialog kontinuierlich und die Entwicklungsziele bleiben präsent, auch im hektischen Alltag. 

4. Praktikable und umsetzbare Ziele definieren 

Operative Führungskräfte müssen sicherstellen, dass die Ziele ihrer Mitarbeitenden im Rahmen des täglichen Geschäfts erreichbar sind. Setzen Sie gemeinsam mit Ihren Mitarbeitenden Ziele, die sich an den operativen Anforderungen orientieren und gleichzeitig eine Herausforderung darstellen. Diese Ziele sollten in den Arbeitsalltag integriert werden, sodass Mitarbeitende ihre Fortschritte spüren, ohne dass zusätzliche Belastungen entstehen. Zum Beispiel könnten kleine Verbesserungen in den täglichen Abläufen als Ziel definiert werden, die direkt messbar sind. 

5. Kontinuierliche Mikro-Check-ins 

Operative Führungskräfte haben oft keine Zeit für lange, regelmäßige Entwicklungsgespräche. Stattdessen bieten sich „Mikro-Check-ins“ an, bei denen Sie in kurzen, regelmäßigen Intervallen (z. B. wöchentlich oder monatlich) den Fortschritt mit Ihren Mitarbeitenden besprechen. Diese Check-ins können in wenigen Minuten erfolgen und sollten sich auf ein oder zwei zentrale Punkte konzentrieren. So halten Sie den Entwicklungsprozess agil und schaffen Raum für schnelle Anpassungen, ohne die operative Arbeit zu beeinträchtigen. 

Diese praxisnahen Anpassungen ermöglichen es operativ tätigen Führungskräften, Entwicklungsgespräche effektiv zu nutzen und gleichzeitig den Anforderungen des Tagesgeschäfts gerecht zu werden. 

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