Wie Du dauerhaft kraftvoll führst – trotz Stress
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Stress zu einer der größten Gesundheitsgefahren des 21. Jahrhunderts erklärt. Leistungsdruck, Zukunftsangst und Perfektionswahn nehmen zu – Manager*innen, Führungskräfte und Mitarbeitende fühlen sich immer öfter überfordert. In Foren, Magazinen und Studien wird das Ausmaß psychosozialer Belastungen regelmäßig bestätigt.
Doch wie gehst Du damit um? Was können wir von Menschen lernen, die sich nach Krisen rasch wieder fangen? Im Coaching sehe ich immer wieder vier Gewohnheiten („habits“), die emotional belastbaren Menschen helfen – und die auch Dich stärken können.

1. Lerne, schmerzhafte Emotionen zu tolerieren
Trauer, Panik, Wut, Enttäuschung – emotionales Leiden ist universell und unvermeidlich. Der Unterschied liegt darin, wie wir reagieren. Viele fliehen vor Schmerz oder versuchen, ihn sofort zu „reparieren“. Doch Gefühle sind keine Gefahren, die beseitigt werden müssen.
Wenn Du regelmäßig vor Gefühlen davonläufst, trainierst Du Dein Gehirn darauf, sie zu fürchten. Beim nächsten Mal fühlst Du Dich dann zum Beispiel sowohl schuldig als auch ängstlich – doppeltes Leid.
Lifehack
Spür beim nächsten Anflug von Angst 60 Sekunden lang einfach nur, was in Dir vorgeht. Stelle einen Timer, sitze die Angst aus und erinnere Dich: „Es ist schmerzhaft, aber nicht gefährlich.“ Das Gleiche gilt für Ärger, Enttäuschung oder Schuldgefühle.
Je öfter Du das trainierst, desto mehr wächst Dein Selbstvertrauen – denn Du merkst, dass Du trotz unangenehmer Emotionen handlungsfähig bleibst.
2. Lass los, was Du nicht kontrollieren kannst
Wir Menschen sind Kontrollfreaks: Brücken bauen, Impfstoffe entwickeln, zum Mond fliegen – alles Meisterleistungen unserer Fähigkeit, die Umwelt zu beherrschen. Doch nicht alles lässt sich steuern.
Stattdessen greifen viele zur Illusion der Kontrolle, um das Gefühl der Hilflosigkeit zu dämpfen:
Ähnlich verhält es sich mit
Fokus statt Zwang: Konzentriere Du Dich auf das, was Du wirklich beeinflussen kannst – Deine Aufmerksamkeit und Dein Verhalten. Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum; dort wählst Du Deine Antwort, dort entsteht Wachstum und Freiheit (Viktor Frankl).

3. Übe Selbstmitgefühl
Selbstmitgefühl heißt, Dich selbst in schweren Zeiten zu behandeln wie einen guten Freund*in. Viele von uns haben gelernt, sich fürsorglich um andere zu kümmern, aber sich selbst bei jedem Fehltritt gnadenlos zu verurteilen. Das kostet Energie, verstärkt Stress und lähmt.
Stattdessen:
„Einfachheit, Geduld, Mitgefühl – diese drei sind Deine größten Schätze.“ – Lao Tzu
Mit Selbstmitgefühl meisterst Du Fehler schneller, lernst daraus und bleibst emotional stabil.
4. Setze realistische Erwartungen
Hohe Erwartungen an Mitarbeitende, Kinder oder Dich selbst sollen angeblich zu Bestleistungen führen. Oft sind sie aber nur ein Notnagel gegen die Angst vor Unsicherheit – und damit tickende Stressbomben.
Erwartungen sind Fiktionen in Deinem Kopf; wenn sie sich nicht erfüllen, reagieren viele mit Frustration. Du kannst dennoch groß denken, solltest Deine Vorstellungen aber regelmäßig auf Realisierbarkeit prüfen. Frage Dich:
Realistische Erwartungen reduzieren Enttäuschungen und fördern Gelassenheit – die Basis emotionaler Belastbarkeit.
Fazit: Deine 4 Schlüssel zur Resilienz
Pflegst Du diese Gewohnheiten, wächst Deine emotionale Belastbarkeit mit jedem Tag.
Sobald Du Dir vertraust, weißt Du, wie Du leben sollst. – Johann Wolfgang von Goethe

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