Wie Du dauerhaft kraftvoll führst – trotz Stress

4 Gewohnheiten emotional belastbarer Menschen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Stress zu einer der größten Gesundheitsgefahren des 21. Jahrhunderts erklärt. Leistungsdruck, Zukunftsangst und Perfektionswahn nehmen zu – Manager*innen, Führungskräfte und Mitarbeitende fühlen sich immer öfter überfordert. In Foren, Magazinen und Studien wird das Ausmaß psychosozialer Belastungen regelmäßig bestätigt.

Doch wie gehst Du damit um? Was können wir von Menschen lernen, die sich nach Krisen rasch wieder fangen? Im Coaching sehe ich immer wieder vier Gewohnheiten („habits“), die emotional belastbaren Menschen helfen – und die auch Dich stärken können. 

1. Lerne, schmerzhafte Emotionen zu tolerieren

Trauer, Panik, Wut, Enttäuschung – emotionales Leiden ist universell und unvermeidlich. Der Unterschied liegt darin, wie wir reagieren. Viele fliehen vor Schmerz oder versuchen, ihn sofort zu „reparieren“. Doch Gefühle sind keine Gefahren, die beseitigt werden müssen.

  • Traurigkeit macht Dir nichts kaputt.
  • Frustration verursacht keine bleibenden Schäden.
  • Scham verletzt Dich nicht körperlich.

Wenn Du regelmäßig vor Gefühlen davonläufst, trainierst Du Dein Gehirn darauf, sie zu fürchten. Beim nächsten Mal fühlst Du Dich dann zum Beispiel sowohl schuldig als auch ängstlich – doppeltes Leid.

  • Emotionale Toleranz bedeutet, den Schmerz auszuhalten, ohne sofort zu handeln. Das ist eine Fähigkeit, die geübt werden muss:

Lifehack

Spür beim nächsten Anflug von Angst 60 Sekunden lang einfach nur, was in Dir vorgeht. Stelle einen Timer, sitze die Angst aus und erinnere Dich: „Es ist schmerzhaft, aber nicht gefährlich.“ Das Gleiche gilt für Ärger, Enttäuschung oder Schuldgefühle.

Je öfter Du das trainierst, desto mehr wächst Dein Selbstvertrauen – denn Du merkst, dass Du trotz unangenehmer Emotionen handlungsfähig bleibst.

2. Lass los, was Du nicht kontrollieren kannst

Wir Menschen sind Kontrollfreaks: Brücken bauen, Impfstoffe entwickeln, zum Mond fliegen – alles Meisterleistungen unserer Fähigkeit, die Umwelt zu beherrschen. Doch nicht alles lässt sich steuern.

Stattdessen greifen viele zur Illusion der Kontrolle, um das Gefühl der Hilflosigkeit zu dämpfen:

  • Die chinesische Fingerfalle: Je stärker Du ziehst, desto fester der Griff. Entspannung – nicht Kraft – befreit Dich.
  • Schlaf: Wer sich verzweifelt zwingen will einzuschlafen, bleibt wach.

Ähnlich verhält es sich mit

  1. anderen Menschen – je mehr Du sie drängst, desto mehr Widerstand entsteht;
  2. Deinen Gedanken – der Geist produziert unwillkürliche Einfälle, ob es Dir passt oder nicht;
  3. Deinen Gefühlen – „Jetzt sei glücklich!“ funktioniert schlicht nicht.

Fokus statt Zwang: Konzentriere Du Dich auf das, was Du wirklich beeinflussen kannst – Deine Aufmerksamkeit und Dein Verhalten. Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum; dort wählst Du Deine Antwort, dort entsteht Wachstum und Freiheit (Viktor Frankl). 


3. Übe Selbstmitgefühl

Selbstmitgefühl heißt, Dich selbst in schweren Zeiten zu behandeln wie einen guten Freund*in. Viele von uns haben gelernt, sich fürsorglich um andere zu kümmern, aber sich selbst bei jedem Fehltritt gnadenlos zu verurteilen. Das kostet Energie, verstärkt Stress und lähmt.

Stattdessen:

  • Sprich innerlich so zu Dir, wie Du es bei jemandem tun würdest, den Du sehr magst.
  • Ermutige Dich, anstatt Dich kleinzumachen.

„Einfachheit, Geduld, Mitgefühl – diese drei sind Deine größten Schätze.“ – Lao Tzu

Mit Selbstmitgefühl meisterst Du Fehler schneller, lernst daraus und bleibst emotional stabil. 

4. Setze realistische Erwartungen

Hohe Erwartungen an Mitarbeitende, Kinder oder Dich selbst sollen angeblich zu Bestleistungen führen. Oft sind sie aber nur ein Notnagel gegen die Angst vor Unsicherheit – und damit tickende Stressbomben.

Erwartungen sind Fiktionen in Deinem Kopf; wenn sie sich nicht erfüllen, reagieren viele mit Frustration. Du kannst dennoch groß denken, solltest Deine Vorstellungen aber regelmäßig auf Realisierbarkeit prüfen. Frage Dich:

  • Sind meine Erwartungen durch Fakten gedeckt?
  • Müssen sie wirklich so hoch sein?
  • Was passiert, wenn es anders kommt?

Realistische Erwartungen reduzieren Enttäuschungen und fördern Gelassenheit – die Basis emotionaler Belastbarkeit. 

Fazit: Deine 4 Schlüssel zur Resilienz

  1. Toleranz: Schmerz fühlen, ohne zu fliehen.
  2. Loslassen: Kontrolle dort abgeben, wo sie unmöglich ist.
  3. Selbstmitgefühl: Freundin statt Feindin im eigenen Kopf.
  4. Realistische Erwartungen: Ehrlicher Kompass statt Wunschdenken.

Pflegst Du diese Gewohnheiten, wächst Deine emotionale Belastbarkeit mit jedem Tag. 

Sobald Du Dir vertraust, weißt Du, wie Du leben sollst. – Johann Wolfgang von Goethe

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